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Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008 Jagdschloss Platte - 2008
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Jagdschloss Platte

Oberhalb von Wiesbaden liegt auf dem Taunus-kamm eine Schloßruine. Vor rund 180 Jahren ließ Herzog Wilhelm von Nassau von dem Hofbaumeister Friedrich Ludwig Schrumpf das Jagdschloß auf der Platte errichten. 1945 wurde es durch Bomben zerstört. In den 80er Jahren wurde das Bauwerk von Schutt befreit und zugänglich gemacht. Um es vor weiterem Verfall zu bewahren, bedarf es des Schutzes.

Ruinen sind selten geworden, nachdem eine Welle der Rekonstruktionen ausgebrochen ist. Da der historisch gemeinte Sinn und Zweck in die Unmerklichkeit zurücktritt, gewinnt die Ruine einen neuen Gegenwartswert. Die Ruine wird zum Denkmal. Sie begleitet die Menschen seit über sechzig Jahren und ist ihnen ans Herz gewachsen. Somit gilt es, die Ruine als Denk-mal zu erhalten und zu beschützen. Eine Ruine kann aber kein Dach haben – ein Widerspruch in sich selbst. So müssen die faszinierende Ausstrahlung und die Stimmung, die sie vermittelt, erhalten bleiben. Motive der Mythologie, des Glaubens und der Geschichte sind mit Ruinen verbunden. Die Ruine als Kulturdenkmal muß mit ihrer neugierig machenden Facettenvielfalt erkennbar bleiben.
Aus diesem Grund erhält sie einen leichten Schirm aus Glas, der durch eine Glasfuge vom bestehenden Mauerkronenrand getrennt wird. Der Schirm setzt sich aus vier Quadraten zusammen - dem Grundkompositionselement des gesamten Baus - die als umgekehrte Pyramiden (alte Dachform) aufgefaßt werden und weit über den Ruinenrand ausschweben. In den Stoßfugen der Pyramiden bilden sich, durch die Geometrie erwirkt, virtuell die ehemaligen, nicht mehr vorhandenen Dreiecksgiebel über den Mittelrisaliten ab. Der Baldachin oder Schirm schützt und bildet neu zu neu und alt zu alt sinnfällig ab, im Sinne einer lebendigen Geschichte mit einem Webmuster aus unserer Zeit. Somit ist der Ruinencharakter des Bestandes um so deutlicher hervorgetreten.

Die zwei gegensinnig verlaufenden gewendelten Treppenpaare im Zentrum des Gebäudes wurden im Krieg ebenfalls zerstört und originalgetreu mit dem originalen Sandstein rekonstruiert. Diese Treppenkonfiguration als „Doppelhelix“ ist als materialgetreuer Wiederaufbau in Deutschland einzigartig.