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TAG DER ARCHITEKTUR 2006


WOHNBEBAUUNG RICHARD-WAGNER-STRASSE 10, WIESBADEN

Das 7.000 m² große Grundstück liegt östlich der Sonnenberger Straße an einem der Hänge, die sich zum Kurpark hin orientieren. Bebaut war es mit einer Mischung aus Bürogebäuden der 50er Jahre und durch Renovierung und Überbauung entstellten Villen des 19. Jahrhunderts. Das Landesamt für Bodenforschung nutzte diese Liegenschaften mit seinen Büros. Die Fläche war zum großen Teil mit Asphalt versiegelt, um Stellplätze oberirdisch aufzunehmen.

Die heterogene Bebauung mit ihrer Verwaltungsnutzung wirkte in der sie umgebenden Villen-struktur wie ein Fremdkörper.

Aus diesem Grunde wurde im Sinne einer Stadtreparatur eine Bebauungskonzeption ent-wickelt, die fünf Gebäude mit drei und vier Geschossen beinhaltet. Die Etagenvillen sind auf annähernd quadratischem Grundriß entwickelt mit zwei Wohnungen in der Regel pro Geschoß. Die Büronutzung wurde vollständig aufgegeben. Jedes Gebäude erhält ein ca. 1.400 m² gro-ßes Stück Land als real geteiltes Grundstück.

Die Gebäude orientieren sich an dem Stadtgrundriß des Kontextes, wobei die Ausformung eigenständig ist und die Sprache der klassischen Moderne sucht. Die Baukörper sind plastisch ausgeformt und beziehen das Flachdach als fünfte Fassade in Form von Dachgärten in die Baufigur mit ein.

In der Nähe der Kapellenstraße hat der Architekt Wilhelm Lehr 1929 eine Villa realisiert, die sich von den gleichen Prinzipien leiten ließ. Heute als Kulturdenkmal ist sie eines der wenigen Gebäude, das aus dem Geiste der Bauhausidee in Wiesbaden einen prominenten Platz einnimmt, von den Nazis jedoch in Leserbriefen und Artikeln geschmäht und verleumdet, genauso wie die Weißenhaussiedlung in Stuttgart aus den gleichen Jahren. Jetzt ist sie zu einem Pilgerort mutiert und bei den Gebildeten angekommen.

Wiesbaden, im Juni 2006

Hans-Peter Gresser