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Mehrfachbeauftragung Quartier C - Wiesbaden, Am Weidenborn

Wiesbaden ist ein städtebauliches Ge-schöpf des 19. Jahrhunderts. Es ist eine Raumstadt und eine Gartenstadt. Diese Gartenstadt umgürtet die Kernstadt. Die Raumstadt, geprägt durch Alleen und Plätze, ist durch die Gartenstadt mit ein-zelnen Villen im Grünen um diese herum-gelegt.
Das Wettbewerbsgrundstück liegt in einem Bereich der westlich von der Brunhilden-straße und östlich von der Friedenstraße begrenzt wird.
Die Struktur dieses Gebietes – als Wohn-gebiet – in den 50er und 60er Jahren entwickelt, nimmt den Gedanken der Gartenstadt wieder auf und schafft ein sehr durchgrüntes durch Einzelgebäude ge-prägtes Areal von Einfamilienhäusern im südlichen Teil und von Mehrfamilien-häusern, als 3-4 geschossiger Geschoßbau im nördlichen Teil. Dabei sind diese in lockerer Weise in Zeilen oder offenen Höfen mit einfachem Satteldach als längliche Baukörper entstanden. Sie fügen sich völlig homogen in die Architektursprache der 50er und 60er Jahre ein, wie wir sie in Wiesbaden mehrfach finden, als Housing Area am Hainerberg; in der Siedlung Kohlheck oder auch am Gräselberg. Es handelt sich also um die einfache Nach-kriegsausgabe der durchgrünten Garten-stadtteile mit historischer Villenstruktur z.B. der sog. City-Ost.
Diese stark durchgrünte Zeilenstruktur wird bei dem neuen Rahmenplan zugunsten einer höheren Dichte aufgegeben. Dabei werden jedoch die großen be-stimmenden Grünräume wie des durch-gängigen Kleingartens südwestlich der Brunhildenstraße und der ostwestlich liegen-de Grünzug, der sich an unseren Standort anschließt nicht angetastet.

Bezüglich des Quartier „C“ wird in unserem Entwurf das „historische“ Thema der Zeilen wieder aufgegriffen, jedoch werden die Baukörper in Nord-Süd Richtung angelegt und nicht wie vorher in Ost-West Richtung. Da die Topografie ansteigt, treppen sich im Bestand die Häuserzeilen in Gänze ab.  In der jetzigen Planung passen sich die Hausgruppen dem natürlichen Gelände-verlauf an und sind untereinander höhenmäßig gegliedert. Weiterhin wird die Stringenz des historischen Bestandes in dem Planungsvorschlag wiederholt.
Die Idee besteht darin den genetischen Code der Zeilenstrukturen der 50er und 60er Jahren im Sinne einer lebendigen Ge-schichte wieder aufzunehmen, neu zu interpretieren und in einer zeitgenössische Architektursprache abzubilden. Dabei werden die „zwei Zeilen“ an den entscheidenden Stellen unterbrochen und öffnen sich in den Bereich des Grünzug, dort wo die schützenden Bäume vorhan-den sind. Somit spielt die öffentliche Grünanlage in den halböffentlichen Grün-bereich (zwischen den Bauten) hinein und verzahnt sich mit diesem.  Zwischen den Bauten ist die Tiefgarage in Längsrichtung (Ost-West) - wie gefordert - mit einer angemessenen Erdüberdeckung unterge-bracht. Sie ist mit 2 Einfahrten und als zwei unabhängige Bauwerke geplant, um

1. eine Großgarage zu vermeiden
(≥ 1000 m²)

und

2. um eine - da es sich hier um Wohn-eigentum handelt – „privatere und übersichtlichere Zuordnung“ der par-kenden Wagen zu den entsprech-enden Wohnungen zu gewähr-leisten.

Der Schlüssel liegt– wie gefordert – bei 1,1 Platz pro Wohnung. Dabei sind die beiden Bauwerke höhenversetzt angeordnet und fügen sich so in die vorhandene Topografie ein, ebenso wie die Gebäude. Die Belüftung erfolgt auf natürliche Weise. Die Gebäude sind als strenge rechteckige Baukörper geplant und zeichnen sich durch eine klare Gliederung aus, die ohne Vor- und Rücksprünge auskommt und ihre architektonische Qualität durch das Thema „der Vielfalt in der Einheit“ erhält. Im Bild gesprochen assoziiert es den Typus eines „Setzkastens“. Das Wohnungsgemenge und die Wohnungsgrößen sind, wie im Pro-gramm gefordert, erreicht.
Es handelt sich hierbei um ausschließlich durchgestreckte Zweispänner in Nord-Süd-Richtung mit einem sparsamen Treppen-haus, das ausschließlich auf der Nordseite liegt. Die Loggien auf der Südseite sind als „kalt-kalte“ Platten ausgebildet, so dass keine „versteckten Flachdächer“ ent-stehen, ausgenommen davon sind die Staffelgeschosse. Nach Süden sind die Baukörper in ihren Fassaden bestimmt durch Loggien mit großen Glasflächen zur Aussicht und zur Übertragung von Wärme in der kalten Periode, ergänzt durch Schiebsegel als Sonnenschutz für den Sommer; zur Nordseite hin bilden die Fassaden eine Lochfassade mit kleinteiligen Fenster-öffnungen, um Wärmeverluste zu vermei-den, also ein janusförmiges Gebäude mit zwei unterschiedlichen Gesichtern.
Als Folge der stringenten Geometrie der Gebäude liegt das Verhältnis von Ober-flächen zu den Volumina (A/V) bei 0,37; (Optimum ist 0,2) was energetisch einen Vorteil darstellt.

Das Heizen, Dämmen und Lüften: das Energiekonzept

Die Gebäude werden in konventioneller Bauweise errichtet und mit einem WDVS von 18 cm versehen.
Vorgeschlagen wird eine zentrale Versor-gung für alle Häuser im Quartier C. Heizzentrale und Brennstofflager sind zentral im Bereich der Tiefgarage untergebracht.
Solaranlagen zur Warmwasserversorgung werden auf dem jeweiligen Dach der Gebäude installiert, um einen effizienten Umgang mit der Solaranlage sicherzu-stellen.

Zur Technik im Einzelnen:

• Im Sinne des Erneuerbaren-Energien-Wärmegesetz wird eine solarthermische Anlage zur Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung, incl. Großspei-cher eingebaut.
Diese Anlage liefert ca. 70% der Wärme zur Warmwasserbereitung und rund 35 % der Raumwärme.
Vorteile: CO2-neutrale kostenfreie Ener-gie, Einsparung von Brennstoffen, war-tungsarmer Betrieb, Langlebigkeit der Anlage.
Mit dem Einsatz von Solartechnik werden die gesetzlichen Bestimmungen erfüllt und zukunftsweisende Technologien verwendet.

• Basiskomponente für die Raumheizung und Warmwasserbereitung ist ein Holz-pelletkessel (Spitzenlastkessel). Holzpellets sind CO2-neutral, also umweltschonend, und nach wie vor preisgünstig.

Heizleistung Holzkessel ca. 120 kW

• Blockheizkraftwerk zur Eigenstromerzeu-gung oder Stromeinspeisung, sowie zur Grundlastwärmerzeugung.
BHKW-Anlagen sind Hauptkomponenten eines virtuellen Kraftwerkes. Blockheiz-kraftwerke erzeugen auf effizienteste Weise Wärme und Strom und entlasten somit die überregionale Strombereit-stellung. Der hier erzeugte Strom ist um-weltfreundlich und preiswert.
Vorteil: Günstiger Strombezug durch effizienten Einsatz der Primärenergie Erdgas. Höchster Wirkungsgrad bei der Erzeugung von Strom und Wärme.
Heizleistung BHKW ca. 20 kW
Elektrische Leistung ca.10 kW

• Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wär-merückgewinnung. Auf Grund der sehr hohen Luftdichtigkeit der Gebäudehülle, bedingt durch die Vorgaben der Energieeinsparverordnung, ist eine Wohnraumlüftung zwingend notwendig, um einen effizienten und hygienischen Luftaustausch zu gewährleisten. Ein weiterer Vorteil ist die regelmäßige Frischluftzufuhr ohne Fenster öffnen zu müssen.