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REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB REALISIERUNGS- WETTBEWERB
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Realisierungswettbewerb einer Kindertagesstätte sowie einer Mehrzweck- und Veranstaltungshalle

Konzept:
Die Anlage ist aufgebaut wie ein Gehöft oder eine kleine Stadt mit Plätzen, Wegen und Häusern. Die Ausformung orientiert sich am polygonalen Grundriss des alten Ortskern von Walluf.  - Winkelig und rechtwinkelig - Die Materialien bestehen aus Putz und Stein, entnommen aus dem Kern des Dorfes und aus Holz der angrenzenden Wälder.

Da haben die Großen für die Kleinen ein Haus gebaut
Ein Haus wie eine Wagenburg beschützend und bergend mit einer zentralen Mitte für vielfältige Aktivitäten. Die Räume der Kinder öffnen sich nach Süden und Westen zur Landschaft hin. Die Baufigur gleicht einem Bautypus der im Rheingau mehrfach vertreten ist. Es ist der Typus des Gehöftes. Ein von Mauern und Gebäuden umschlossenes Hofcarré. Zum Beispiel das Gehöft direkt in der Nachbarschaft oder der Steinheimer Hof einige Kilometer entfernt, um nur zwei Beispiele zu nennen.
Diese Grundkomposition stand Pate für unsern Entwurf, da er
1. sich in den Kontext einfügt als städtebaulichem Grundgedanken und da er
2. für den Kindergarten mit seiner Zentralen Mitte, Aktionen ermöglicht gemeinsam etwas zu machen, was im Freien aus           Witterungsgründen nicht möglich ist.

Die Mitte: Ein Winterspielplatz
Als öffentliche Versammlungsstätte ist die Halle auf dem Grundstück an der Straße platziert. Die Grundform ist durch die Bestuhlungsweise vorgegeben und so liegt sie mit der Schmalseite – bedingt durch den Grundstückszuschnitt - zur Straße hin. Um sie teilbar zu machen, liegt die Erschließungszone seitlich – gleich einer Wandelhalle oder STOA.
Die Stellplätze sind in einer Tiefgarage direkt darunter angeordnet, so dass man trockenen Fußes unmittelbar durch Lift oder Treppe in das Foyer gelangt. Mit Abendgarderobe ein Vorteil. Für den Kindergarten sind einige Stellplätze in der angrenzenden Freifläche untergebracht. Die Lage der Küche ist so gewählt, dass eine problemlose Andienung möglich ist.
Die ganze Anlage ist wie ein Januskopf aufgebaut und gehorcht zwei Bedingungszusammenhängen. Einerseits ist sie nach innen gerichtet wie ein Hortus conclusus mit einem intimen Charakter. Andererseits orientiert sie sich in den Landschaftspark der kleinen „Insel“ hin und ermöglicht ein Spielen in freier Natur. Es werden beide Verhaltensweisen angesprochen, das „be-hütete“, beschützende und das Freie, Offene nach außen hin gewandte. Pädagogisch werden beide Zusammenhänge (Möglichkeiten) abgebildet.
Da der Kindergarten frei in der Natur liegt sind diese Erlebniswelten machbar und das wollten wir mit dieser Gebäudekompositionen leisten und abbilden…. städtebaulich sich einfügen und pädagogisch die Qualitäten dieses Ortes ausschöpfen und nutzen.

Die Aktionsfläche in der Mitte kann für vielfältige Maßnahmen genutzt werden, vor allem weil sie sich mit dem Mehrzweckraum – der sich zur Halle hin öffnen lässt – und bei größeren Veranstaltungen zusammen genutzt werden kann.

Der Ort bildet die Nahtstelle zwischen dem alten verwinkelten Ortskern und dem Tal der Walluf und der freien Natur eines Wiesenbachtals ab. Die Bahn markiert diese Stelle und stellt im Besonderen mit den Bögendurchgängen des Viadukts, ein Gelenk oder eine Verbindung dar. Es ist die einzige Stelle wo beide Strukturen (Dorf + Landschaft) einen Durchgang (optisch und physisch) ermöglichen und durchlässig werden. Eine Passerelle auch im übertragenen Sinn. Denn wie durch ein Fenster blickt man aus dem polygonalen alten Ortskern mit seinem verwinkelten Haus-  und Platzgruppierungen auf die kleine Insel die aus Walluf und Mühlbach gebildet wird. Dieses Bild haben wir in die Gebäudeanordnung transplantiert und glauben, dass dadurch der Charakter Altwallufs auf unsere schiefwinkelige Struktur übertragen wird - winkelig und rechtwinkelig.
Die östliche Gebäudeform wird von dem Verlauf des Mühlbaches bestimmt und wird als Kreissegment idealisiert. So ist der Aufbau des Ensembles aus dem Kontext abgeleitet. Der Bautypus (Gehöft) leitet sich aus der Umgebung ab, seine Ausformung steht im engeren Zusammenhang mit dem alten Ortskern wobei das Bahnviadukt wie eine Schleuse visuell als Durchgang (durchgängig) dient.
Nach Bahn und Viadukt erschließt sich ein völlig anderer Landschaftstypus – ein Wiesental in freier Natur aus Waldstücken und Wiesen alternierend. Genau an dieser Nahtstelle liegt der Kindergarten. Mit der gewählten Ausbildung definiert das Gebäudeensemble die Besonderheit dieser Situation.
Die materielle Ausbildung könnte so aussehen.
Der Baustoff aus dem alten Ort wird mit Steinen und Putz wieder aufgenommen.
Das Holz aus der Landschaft wird sich ebenso hier wiederfinden, als angemessener Stoff in Optik, Haptik und Wärme.