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Realisierungswettbewerb „Schule und Kita im Künsterviertel“, Wiesbaden
Ankauf

Erster Gedanke:
Städtebau – die Naht von Quartier und Natur oder der Saum der Stadt
Klarer Abschluß des Stadtquartiers gegenüber dem sich anschließenden Landschaftsgürtel mittels eines durchgängigen, langgestreckten Baukörpers in Anlehnung an den Entree-Baukörper entlang der Straße „Im Rad“. Gleichzeitig dient diese Maßnahme der akustischen Abschottung von Wohnen zu Schule und Kindergarten. Die eindeutige und klare Abgrenzung von Bebauung und Landschaft stellt ein Charakteristikum dieses Ortes dar. Lernen, spielen und wohnen am Saum der Stadt, der Nahtstelle von Stadt- und Naturraum.

Zweiter Gedanke:
Aufgabe und Inhalt – die Schichtung oder der gemeinsame Weg
Schule und Kindergarten sollen eine Einheit bilden, ohne sich zu vermischen. Pädagogisch gesehen soll der Weg des Kindes aus dem Kindergarten heraus in die Schule hinein abgebildet werden. Beide haben ihre eigenen Bereiche, aber auch gemeinsam zu nutzende. Die Idee könnte sein – einem Bergweg gleich – beide übereinander anzuordnen und die gemeinsam benutzten Bereiche dazwischen zu legen. Schule und Kindertagesstätte sind also in einem Baukörper übereinander angeordnet. Aula und Teilbereiche der Kinder-tagesstätte schieben sich pavillonartig ebenerdig aus dem Körper heraus und verzahnen sich mit der Landschaft.

Dritter Gedanke:
Kunst und Pädagogik – das Märchen von den sieben Sinnen
Der Palast der sieben Sinne oder die Verwebung der rational orthogonalen Baufigur mit der märchenhaft organischen Landschaftsformation   |  ratio + motio = emotio
Der Palast der sieben Sinne ist ein intarsienartig in den Boden eingelegtes, aus historischen Grundrissen von Burgen und Schlössern abgeleitetes Fragment, welches unter dem Schulbau und dem Außenbereich liegt. Dort erheben sich dem Landschaftsverlauf folgend die Intarsien zu Mauern, bieten offene Spielräume für Kinder und grenzen das Gelände nach außen hin ab. Seine Struktur öffnet den Blick auf Mythen, Märchen und Sagen, regt die sieben Sinne der Kinder (Auge, Ohren, Nase, Mund, Hand /Haut, Herz und Hirn) an.
Die sieben Sinne entsprechen sieben Spektralfarben. Diese finden sich im Zentrum des imaginären Palastes in einer von Regenbogenfarben durchleuchteten Glastreppe, die – abgedeckt von einer Glasplatte – in die Tiefe führt: in die imaginäre Schatzkammer.
Eingelegte Schriften bezeichnen die Palasträume. Sie regen die Vorstellungskraft zusätzlich an: Bergfried, Thronsaal, Brunnen der Weisheit,  Schloßküche, Königshalle, verbotenes Zimmer etc.
Im Außenbereich gibt es neben dem Schloßtheater auch Zwinger, in denen die Kinder pflanzend und pflegend das Wachstum von Bohnen oder Kürbissen bis hin zur Ernte sinnlich erfahren können.  Ein mittelalterlicher Kräuter(Paradies-)garten gehört ebenso dazu wie Kletterelemente, Rutschen und Schaukeln. Die einzelnen „Räume“ sind den verschiedenen Altersgruppen zuzuordnen, können aber auch als Ganzes erfaßt werden. Ein Geheimgang, abgesetzte Mauern und Treppchen, Hecken und schattenspendende (Obst-)Bäume, bieten diverse Räume zum Verstecken, Klettern, Balancieren etc. und fassen die Anlage ein. Die Topographie des Geländes wird aufgenommen und schafft Plattformen für die Erlebnis-räume. Ein Lindwurm aus Bruchkeramik bewacht den Palast der sieben Sinne, der mit einzelnen Elementen in die öffentliche Grünanlage hineinragt und ihn mit dieser attraktiv verknüpft.


Vierter Gedanke:
Energie – Erde, Luft und Sonne oder wie sind wir unabhängig

Die Gesamtbetrachtung der Elemente für Heizen, Kühlen und Verschatten sowie der Produktion von Warmwasser soll sich sehr stark am Nutzungsprinzip der Schule orientieren. Schule bedeutet für uns auch Fühlen, Tasten, Erleben. Das Energiekonzept bezieht sich speziell auf diese Bereiche. Die solare und die grüne Verschattung, die Stromproduktion und den Luftkollektor kann man direkt erleben. Die verschiedenen Elemente sind so miteinander verknüpft, daß eine ganzjährige optimale Energieproduktion und die Energieübertragung im ganzen Gebäude funktioniert und die einzelnen Energieerzeuger miteinander harmonieren, so daß ein CO2-neutrales Schulgebäude ohne erhebliche Mehrkosten für den Bereich der Energietechnik realisiert werden kann.

Heizlastfall
Im Heizlastfall wird über eine Wärmepumpe Energie erzeugt. Als Energiequelle steht zum einen geothermische Erdwärme (Tiefensonde) und zum anderen ein Solarabsorber, der die Energie der solaren Einstrahlung saisonal über einen Betonmassivkernspeicher puffert und diese phasenverschoben der Wärmepumpe zur Deckung der Heizlast zur Verfügung stellt. Durch die Kombination von gespeicherter Energie der Erde sowie gespeicherter Energie der Sonne kann das Gebäude über das ganze Jahr versorgt werden, ohne daß zusätzliche Energie, außer zum Antrieb der Wärmepumpe, benötigt wird. Das Gebäude wird regenerativ versorgt.

Warmwasserbereitung
Die Warmwasserbereitung für den Hallenbetrieb im Bereich der Mehrzweckhalle wird über eine Abluftwärmepumpe produziert. Das Warmwasser für die Nutzungseinheit fällt nur dann an, wenn die Nutzungseinheit in Betrieb ist. Dadurch entsteht Abwärme. Aus dieser Ab-wärme generieren wir warmes Wasser, so daß für die Warmwasserbereitung kein zusätzlicher Energiebedarf von außen besteht.

Kühlung
Die Kühlung des Gebäudes, speziell die Kühlung der Schulräume, erfolgt über eine Flächenkühlung. Die Energie für diese Flächenkühlung stammt ausschließlich aus der Erdwärme. Hierfür sind geothermische Tiefensonden angedacht, die in Form von freecooling die Energie für die Kühlung für das komplette Gebäude über das ganze Jahr zur Verfügung stellen. Bei der Art der Kühlung geht man derzeit von einer sanften Kühlung aus, dies bedeutet, daß in den Sommermonaten das Gebäude auf Kühlfunktion umgeschaltet wird und dadurch ein angenehmes Raumklima ohne zusätzliche Energiekosten erzeugt werden kann.

Energieübertragung
Zur Energieübertragung in den einzelnen Räumen dient der gelüftete Fußboden. Dieser kombiniert den Vorteil einer Flächenheizung mit der Geschwindigkeit einer Luftheizung. Der Trick dieses Konzeptes ist, daß die Luft nicht über separate Kanäle an den optimalen Einbringpunkt, sondern über ein spezielles Fußbodenheizungssystem zwischen Estrich und Isolierung geführt wird. Durch diese Art der Energieübertragung können Heiz- und Wärmeleistungen von bis zu 100 Watt pro m² übertragen werden.

Verschattung
Zur Verschattung dienen auskragende, mit Photovoltaiklamellen ausgestattete Elemente, die bei Sonneneinstrahlung gleichzeitig Strom produzieren. Der Strom wird in das öffentliche Netz eingespeist.
Zusätzlich wurde eine grüne Verschattung gewählt, bei der wir an Pflanzen denken, die speziell in den Sommermonaten einen relativ starken Laubbewuchs haben, so daß durch Rankgerüste eine Verschattung entsteht, die sich den natürlichen Gegebenheiten anpaßt. Die grüne Verschattung funktioniert, ohne daß wir dazu beitragen müssen.