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SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997 SPARKASSE NEURUPPIN 1997
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Um- und Neubau Hauptstelle der „Fontane Sparkasse“ Neuruppin 1997

Eingeladener Wettbewerb: 1. Preis

Das Grundstück und die Villa bilden eine Nahtstelle im städtebaulichen Gefüge. Einerseits ist dieser Ort nicht nur Übergang und Auftakt vom Brasch’en Stadtgrundriß – getrennt durch die parkartigen Wallanlagen – zur Stadterweiterung des 20. Jahrhunderts hin, sondern bildet auch einen Richtungswechsel im Straßengefüge vom rechtwinkligen zu einem verdrehten System. Die Villa bildet, aus der Karl-Marx-Straße kommend, einen dominanten Abschluß, einen „point de vue“ und ist zugleich Angelpunkt und Scharnier für die V-förmig abgedrehte Fehrbelliner- und Junckerstraße.

Der neue Baukörper auf dem hinteren Grundstücksteil der Villa will diese nicht nur respektieren, sondern – ganz im Gegenteil – in ihrer Wirkung überhöhen. Dadurch ergeben sich Distanz und trennendes Verbinden. Er gibt als zurückgesetztes, konkaves Kreissegment Rahmen und Fassung zugleich; Neues und Altes nehmen einen distanzierenden Kontakt zueinander auf, gehen einen Dialog ein und steigern sich gegenseitig in ihrer Wirkung.  Eine sanfte Umarmung ohne Berührung – der Ring, der dem kostbaren Stein erst Glanz verleiht.

Der Neubau mit seinen flach geneigten Zinkdächern ordnet sich der Villa in seiner Höhenentwicklung maßstäblich unter. Die grundsätzliche Struktur der neuen Sparkasse ist vergleichbar mit dem Ablauf eines Botschaftskomplexes: „Residenz“ und „Kanzlei“.
Die Bergemann’sche Villa wurde mit ihren bestehenden Raumstrukturen behutsam umorganisiert. Sie bildet den Rahmen für Vorstands- und Sitzungsbereiche, der „Residenz“ vergleichbar. Der konkave Neubau – die „Kanzlei“ – nimmt in den Obergeschossen die „Backoffices“, Schulungs- und Cafeteriabereich auf; dazwischen überspannt ein Glasdach Kundenhalle und Kreditabteilung im Erdgeschoß. Dieses Glasdach berührt jedoch nur in einem Punkt – dem Übergang – die Villa und bildet sich ansonsten als Fuge aus. Das Dach ist als klare, klassische Stahlkonstruktion mit gelenkig gelagerten, unterspannten Bindern ausgebildet. Nichts Revolutionäres, sondern Verläßliches aus dem Repertoire des 19. Jahrhunderts. Dieses Glasdach schließt nicht ab,  es ist vielmehr reiner Wetterschutz, ein Schirm. Dieser Glasschirm wirkt als natürliche und ästhetische saubere Fügung zwischen alt und neu. Nirgends verstellt er den Blick auf das Überkommene. Der Bestand wurde nur tangiert, nirgends aber angegriffen, entstellt oder verfälscht. Somit entsteht zwischen beiden Gebäuden ein definierter Raum, der die Funktion Kundenhalle mit dem Bild „Marktplatz“ überlagert – folgerichtig sind die späteren „Möbel“ (Beraterplätze etc.) als „Marktstände“ entworfen und gebaut.

Wenn neue Aufgaben in ältere Zusammenhänge einzufügen sind, ergeben sich Spielräume. Wie nutzen wir diese? Zweifelhaft wäre es wohl, wenn wir einfach bestehende Formen aus der Umgebung übernehmen würden. Sicher, der notwendige Eingriff würde damit vielleicht verwischt, wie mit einem schmerzstillenden Mittel. Man könnte aber vielleicht auch anders vorgehen: Nicht anpassen und nicht konfrontieren, sondern im Suchen nach der Gestalt sich gegenseitig ergänzen.

In dieser Kompositionsmethode liegt das ganze Geheimnis begründet: in der Benennung des einen das andere aufscheinen zu lassen und eins mit dem anderen in einem unauflöslichen, wechselseitigen Verweischarakter darzustellen. Das eine bleibt im anderen fortwährend mitpräsent und schreibt einen permanenten Vermittlungsprozeß von Vergangenheit und Gegenwart in die Bildstruktur ein.