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WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS WOHNUNGSBAU 1992 - THS
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STADTTEILERWEITERUNG
Wiesbaden-Klarenthal – Theodor-Haubach-Straße


„Am Ende aller Zeilen“ – Konzept Theodor-Haubach-Straße

Ausgehend von der Wohnsituation im Hinterhaus des 19.Jahrhunderts, entstand in den 20er Jahren in Frankfurt unter Ernst May ein Siedlungsbau, der vor allem durch seine großflächige Realisierung und städtebauliche Kompromisslosigkeit weltweit Anerkennung findet.

Im Gegensatz zu noch erkennbaren städtischen Räumen der Siedlung Römerstadt sieht die Siedlungsplanung nur nach Ost-West ausgerichtete, vorwiegend mehrgeschossige Hauszeilen vor. Der Straßenraum als städtisches Element ist völlig verschwunden. Die Hauszeilen stehen in großem Abstand voneinander entfernt. Der Stadtraum ist damit endgültig aufgelöst. Die entscheidenden Kapitel der Charta von Athen scheinen hier schon vorweggenommen worden zu sein. Die folgenden Jahrzehnte sind bis auf wenige Ausnahmen von dieser Entwicklung gekennzeichnet.

Bei dem hier vorhandenen Gelände handelt es sich um das letzte große, zusammenhängende freie Grundstück in der Siedlung Klarenthal, die in den 60er Jahren von Ernst May in oben erwähntem Sinn konzipiert wurde. Sie ist geprägt von einer großzügig durchgrünten Zeilenstruktur. Ausgeführt in der damals Üblichen Großplattenbauweise durch anonyme Baugesellschaften spiegelt sich das Ergebnis in der Gestalt der Siedlung wieder. Die Architektur ist das Abbild des Apparates.

Die Spekulation ist erlaubt, dass sich Klarenthal in der Tradition von Frankfurt (Römerstadt, Limesstadt, etc.) weiterentwickelt haben könnte, hätte May als Architekt Regie geführt.

Somit könnte die Architektursprache aus der klassischen Moderne entwickelt werden, um mit dem Geist des Schöpfers (May) zu korrespondieren. Also als „Schlussstein“ der Siedlung eine Erinnerung an die Anfänge der Moderne in einem stadträumlichen Gefüge von heute.

Ein Beispiel:
Die ungebundene Zeilenstruktur soll in eine räumliche elebbare überführt werden, die sich mit dem Umfeld vernetzt
• durch Fortführung des bestehenden
• durch Interpretation des Vorhandenen
• durch Neubestimmung zu einem räumlichen Gefüge.

Dabei besteht die Freiheit darin, die „30er Jahre“ neu anzudenken und sie mit heutigen architektonischen Mitteln zu überlagern, resultierend aus den heutigen Anforderungen (z.B. leichte, transparente Balkone, Rankgerüste etc.)


Architektonische Gestaltung

Im Einzelnen: entlang der Theodor-Haubach-Straße wird eine rhythmisierte Raumkette aufgebaut. An der entscheidenden topografischen Stelle vom steilen Anstieg zum flacheren Verlauf der Straße wird als „Entree“ in die Anlage ein „Solitärbau“ ausgebildet, gleichsam dem Kopf einer Schlange.

Die Rhythmisierung erfolgt durch den Wechsel von Längs- und Stirnbauten. Die Stirnbauten leiten zusätzlich als Platzwände in das räumliche Gefüge der Anlage ein.  In dadurch markierten Zwischenräumen werden Wege in die Anlage geführt, die auf anschließende Plätze münden. Die Stirnbauten übernehmen dabei die Funktion, das Motiv der gegenüberliegenden bestehenden Zeilenbauten zu interpretieren, wobei das Gebäude gegenüber dem Kindergarten auf die Proportionen desselben abgestimmt ist.


Räume und Farben

Ausgangspunkt für den Städtebau des 21. Jahrhunderts ist der halböffentliche und öffentliche Stadtraum. Stadtgestaltung und Städtebau markieren den Raum und seine Nutzungsmöglichkeiten. Der halböffentliche Raum und das direkte Umfeld der Häuser sind die Voraussetzung für ein erfolgreiches Wohnen. Die differenzierten Gebäudestellungen definieren eindeutig erlebbare Plätze und Zwischenräume.

Durch die einheitliche, weiße Farbgebung werden eine definierte stadträumliche Komposition und ein kontinuierliches Zusammenwirken der Gebäude untereinander in angenehmer und verträglicher Weise gewährleistet.

Die Differenzierung erfolgt durch eine zurückhaltende Farbgebung. Diese, bestehend aus den Primärfarben gelb, rot und blau verbunden mit pastellhaften Grautönen, ist abgeleitet aus der Architekturbewegung der 30er Jahre (s. Bilder von Mondrian). Die Primärfarben sind ausschließlich linear und nicht flächig verwendet, um somit vertikale Merkzeichnen und Wiedererkennungsmerkmale zu setzen.

Transparente Brüstungen aus Glas lassen die Gebäude leicht erscheinen und bewusst eingesetzte Rankgerüste verzahnen sie mit ihrer natürlichen Umgebung.