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TAG DER ARCHITEKTUR 2008

„Gartenstadt Bingen am Rhein“ – Wohnen im Rheinpark

In Bingen entsteht im Rahmen der Landesgartenschau entlang des Rheins eine Gartenstadt. Im 1. Bauabschnitt werden 4 von 23 Gebäuden als Mustervillen fertig gestellt. Es handelt sich um 3-geschossige, freistehende Bauten mit Staffelgeschoß. Die Baukörper sind so angeordnet, dass alle einen Blick auf den Rhein und die Kulturdenkmäler haben. Die architektonische Gliederung spiegelt die Vielfalt der Wohnungsmöglichkeiten und erzeugt durchgehend plastische Baukörper.

TEXT für das Blütenblatt

Der Brite Ebenezer Howard entwarf 1898 in England die Gartenstadt als ein Modell der planmäßigen Stadtentwicklung als Reaktion auf die schlechten Wohn- und Lebensverhältnisse. Er schrieb das Buch „Gardencities of tomorrow“, was die Gartenstadtbewegung ins Leben rief. In diesem Sinne entstand 1903 die erste Gartenstadt – Letchworth – in der Nähe der Stadt Hitchin, der Partnerstadt Bingens.Was lag näher als diesen Gedanken aufzugreifen, eine Gartenstadt am Rhein zu konzipieren und als städtebauliches Motiv weiterzuentwickeln mit dem Ziel, hochwertiges Wohnen am Wasser zu realisieren.

Städte, die über Niemandsland am Wasser verfügen, können sich glücklich preisen. Gebiete, auf denen einst produziert wurde, verwaiste Güterbahnhöfe oder verlassene Militärgelände bilden die allererste Voraussetzung des Erfolges. Städte, die solche Hinterlassenschaften aufweisen, stehen auf der Gewinnerseite, wenn sie es verstehen, mit diesen Flächen richtig umzugehen. Eine solche Liegenschaft ist das ehemalige Gelände am Rhein, das die Landesgartenschau Rheinland-Pfalz aufnimmt.

Im Sinne der Idee einer Gartenstadt am Wasser entstand der Gedanke, das Wohnen in einzelnen Etagenvillen zu gestalten mit einer überschaubaren Anzahl Wohnungen pro Haus. Dabei sollte der Blick auf den Rhein, die Burgen und die „Germania“ Berücksichtigung finden. Die Architektursprache orientiert sich an der Klassischen Moderne der Dessauer Bauhaustradition. Dabei wurden differenziert ausgebildete Baukörper erzeugt, die durch ihre plastische Gliederung ein vielfältiges Spiel von Licht und Schatten zulassen und damit malerisch wirken.

Monotonie und Langeweile können dabei nicht aufkommen. Vor allem, wenn man bedenkt, daß die vier Villen erst der Anfang einer langen „Perlenkette“ von Bauten sind, aufgereiht am Rhein. Der obere Abschluß der Villen wird nicht durch ein einfaches Flachdach ausgebildet, sondern – wie der französische Architekt Le Courbusier es einmal formulierte – durch eine fünfte Fassade. Der Attikabereich wird nämlich durch eine Dachgartennutzung geschlossen.

Somit könnte mit diesem Anfang eine „weiße Stadt am Rhein“ korrespondieren mit der „Weißen Flotte“ als schwimmende Villen auf dem Fluß.